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Bischofsburg Treyden (Turaidas pils)


Turaida

 

Rīgas Rajons

Rīga Region

 

Lettland

  GPS: +57° 10' 57.89", +24° 51' 20.86"

Beschreibung:


Bischofsburg:

Treyden im Rigaschen Kreise, Hoehenburg auf einem Vorsprung am linksseitigen Talrande der Treyder-Aa, war eine Feste des Erzbischofs von Riga und hat ihren Namen von der nahen heidnischen Wallburg Thoreida (vom livischen Goetzen Tara und aida d.i. Garten) erhalten.

 

Karl von Loewis of Menar: Burgenlexikon fuer Alt-Livland, Riga 1922

 

Die Burg von Turaida wurde 1214 auf Anordnung des Erzbischofs Albert von Riga durch den Bischof Philipp von Ratzeburg auf den Resten der Holzburg eines Aeltesten der Liven namens Kaupo errichtet und diente auch als Gegengewicht zur Burg des Schwertbruederordens in Sigulda. Die Burg bekam den Namen Fredeland.

 

1297 reiste der Erzbischof Johann von Riga wegen eines Fussleidens nach Flandern. Waehrend dieser Zeit wurde der Schwertbruederorden beauftragt, die Laendereien und Gueter des Bistums zu verwalten. Hierbei kam es zu Kompetenzstreitigkeiten mit der Stadt Riga und schliesslich u. a. zur Gefangennahme des zurueckgekehrten Erzbischofs Johann in der Burg Treyden.

 

1405–17, 1479–85 und 1556 war die Burg vom Deutschen Orden besetzt. 1559 verwuestete das russische Heer unter Ivan IV. Groznyj die Burg. Treyden wurde 1561 von Polen und 1601 von Schweden erobert. Sie war bewohnt, bis sie im Jahr 1776 mit Ausnahme des Turms abbrannte. Von 1953 bis 1988 wurde die Anlage rekonstruiert.

 

Bei grossangelegten archaeologischen Ausgrabungen wurden zwischen 1974 und 1976 ungefaehr fuenftausend Funde und dabei wichtige Entdeckungen gemacht. Interessanteste davon sind mittelalterliche Oefen, die Bierbrauerei, das Bad mit dem Brunnen, drei Dutzend kupferne und silberne Muenzen, Pfeilspitzen aus Metall, toenernes Geschirr und Naegel für die Hufeisen, vieles heute im Museum auf der Burg zu sehen.

 

Besonderes Interesse gilt den obenerwaehnten Oefen, deren Prinzip der Beheizung schon in den oeffentlichen Baedern im alten Rom verwendet wurde. Die warme Luft der Oefen der Burg Treyden stieg in Roehren im Ziegelmauerwerk auf und verteilte sich in den Waenden und unter den Fussboeden der mittelalterlichen Festung.

 

Der vollstaendig wiederaufgebaute Hauptturm (Bergfried mit Wohngeschossen incl. eines Kamins) mit einer Hoehe von 26 m steht auch als Aussichtsplattform für die zahlreichen Touristen zur Verfuegung. Ausser dem Turm sind auch einige Bereiche der Burgmauern, der halbrunde Turm, der Nordturm und der Suedturmbau wiederhergestellt.

 

1601 wurde die Burg Treyden von den Schweden angegriffen und eingenommen. In der Naehe des Schlosses fand der Gerichtsschreiber Greif unter vielen Erschlagenen ein noch lebendes kleines Maedchen von wenigen Monaten. Greif nahm das Maedchen zu sich und nannte es Maja. Damit begann die tragische Geschichte der Rose von Turaida (siehe unten).

 

Lange Zeit galt diese Ueberlieferung nur als Legende oder Sage. Als Mitte des 19. Jahrhunderts das Rigaer Schloss instandgesetzt wurde, fand man allerdings in den Kellern Gerichtsakten aus dem 17. Jahrhundert, unter anderem eben auch Briefe und Protokolle des damaligen Gerichtsprozesses wegen des Mordes an dem Maedchen Maja. Das Grab der Rose von Turaida befindet sich im Park vor der Burg Treyden.

 

Zeittafel:


1214
Errichtung der Burg Fredeland (Treyden) durch den Bischof Philipp von Ratzeburg
1297
achttaegige erfolgreiche Belagerung durch den Schwertbruederorden unter dem Ordensmeister Bruno
1301
Einkerkerung des Erzbischofs von Riga auf Burg Treyden
1405-17
Besetzung der bischoeflichen Burg durch den Deutschen Orden
1479-85
Besetzung der bischoeflichen Burg durch den Deutschen Orden
1556
Besetzung der bischoeflichen Burg durch den Deutschen Orden
1559
Eroberung durch russische Truppen
1561
Eroberung durch polnische Truppen
1601
Eroberung durch schwedische Truppen
1776
Zerstoerung durch Brand
seit 1953
Wiederaufbau
  

Abbildungen in der Galerie:


Album
eigene Photos  Grundrisse etc.   Ansichtskarten  alte Ansichten vor Ort

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2008

2009

          
          

Literaturauswahl und Links:


Loewis of Menar:Burgen-Lexikon fuer Alt-Livland, 1922
Tuulse:Die Burgen des Deutschen Ritterordens in Lettland und Estland, 1942
Heinrich v. Lettland:
Livlaendische Chronik, 1959
Gavars:
Die Legende von Maja, der Rose von Turaida, 2005
Miltitzer, Klaus:
Die Geschichte des Deutschen Ordens, Stuttgart 2005
  
  

(keine) Sage:


Im Park der Burg von Turaida (Lettland) liegt das vielbesuchte Grab der Rose von Turaida.

 

Nach einer Schlacht zu Fuessen der Burg im Jahr 1601 fand der Burgschreiber auf der Suche nach Ueberlebenden ein Baby in den Armen seiner toten Mutter. Er zog das Maedchen wie eine eigene Tochter auf und gab ihm den Namen Maja (oder Maija). Herangewachsen wurde sie wegen ihrer Schoenheit die Rose von Turaida genannt. Sie liebte Viktor, den jungen Gaertner des Schlosses von Sigulda. Im Herbst 1620 wollten die beiden heiraten.

 

Kurz zuvor erhielt Maja einen Brief von Viktor, der sie um eine Begegnung bei der Gutmannhoehle (Gutmana ala), ihrem gewoehnlichen Treffpunkt, bat. Sie begab sich in Begleitung von Lenta, der jungen Tochter ihres Adoptivvaters, zur Hoehle. Dort lauerte Adam Jakubovsky, ein polnischer Adliger, auf sie und wollte sie zwingen, seine Frau zu werden. Maja versprach, ihm ihr Halstuch zu schenken, das den Träger unverwundbar mache, falls er sie gehen liesse, und forderte ihn auf, die Wirkung des Tuches an ihr zu erproben. Jakubovsky schlug daraufhin mit einem Beil zu, Maja starb und hatte ihre Ehre gerettet.

 

Am Abend kam Viktor zur Hoehle und fand die Leiche seiner Verlobten. Zunaechst fiel der Mordverdacht auf ihn. Vor Gericht trat jedoch ein Zeuge namens Peteritis (oder Peteris) Skudritis auf und sagte aus, er habe im Auftrag von Jakubovsky den verhaengnisvollen gefaelschten Brief überbracht. Lenta bestaetigte den Tatverlauf. (Anmerkung: Der fluechtige Taeter beging inzwischen Selbstmord). Viktor beerdigte seine Verlobte bei der Burg, pflanzte eine Linde auf das Grab und verließ die Gegend für immer. Heute noch legen Jungvermaehlte Blumen auf das Grab der Rose von Turaida.

(es gibt ausfuehrlichere Versionen dieser Geschichte, diese kurze ist aus wikipedia)

 

www.bernievancastle.de

 
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