Die Burg von Turaida wurde 1214 auf Anordnung des Erzbischofs Albert von Riga durch den Bischof Philipp von Ratzeburg auf den Resten der Holzburg eines Aeltesten der Liven namens Kaupo errichtet und diente auch als Gegengewicht zur Burg des Schwertbruederordens in Sigulda. Die Burg bekam den Namen Fredeland. 1297 reiste der Erzbischof Johann von Riga wegen eines Fussleidens nach Flandern. Waehrend dieser Zeit wurde der Schwertbruederorden beauftragt, die Laendereien und Gueter des Bistums zu verwalten. Hierbei kam es zu Kompetenzstreitigkeiten mit der Stadt Riga und schliesslich u. a. zur Gefangennahme des zurueckgekehrten Erzbischofs Johann in der Burg Treyden. 1405–17, 1479–85 und 1556 war die Burg vom Deutschen Orden besetzt. 1559 verwuestete das russische Heer unter Ivan IV. Groznyj die Burg. Treyden wurde 1561 von Polen und 1601 von Schweden erobert. Sie war bewohnt, bis sie im Jahr 1776 mit Ausnahme des Turms abbrannte. Von 1953 bis 1988 wurde die Anlage rekonstruiert. Bei grossangelegten archaeologischen Ausgrabungen wurden zwischen 1974 und 1976 ungefaehr fuenftausend Funde und dabei wichtige Entdeckungen gemacht. Interessanteste davon sind mittelalterliche Oefen, die Bierbrauerei, das Bad mit dem Brunnen, drei Dutzend kupferne und silberne Muenzen, Pfeilspitzen aus Metall, toenernes Geschirr und Naegel für die Hufeisen, vieles heute im Museum auf der Burg zu sehen. Besonderes Interesse gilt den obenerwaehnten Oefen, deren Prinzip der Beheizung schon in den oeffentlichen Baedern im alten Rom verwendet wurde. Die warme Luft der Oefen der Burg Treyden stieg in Roehren im Ziegelmauerwerk auf und verteilte sich in den Waenden und unter den Fussboeden der mittelalterlichen Festung. Der vollstaendig wiederaufgebaute Hauptturm (Bergfried mit Wohngeschossen incl. eines Kamins) mit einer Hoehe von 26 m steht auch als Aussichtsplattform für die zahlreichen Touristen zur Verfuegung. Ausser dem Turm sind auch einige Bereiche der Burgmauern, der halbrunde Turm, der Nordturm und der Suedturmbau wiederhergestellt. 1601 wurde die Burg Treyden von den Schweden angegriffen und eingenommen. In der Naehe des Schlosses fand der Gerichtsschreiber Greif unter vielen Erschlagenen ein noch lebendes kleines Maedchen von wenigen Monaten. Greif nahm das Maedchen zu sich und nannte es Maja. Damit begann die tragische Geschichte der Rose von Turaida (siehe unten). Lange Zeit galt diese Ueberlieferung nur als Legende oder Sage. Als Mitte des 19. Jahrhunderts das Rigaer Schloss instandgesetzt wurde, fand man allerdings in den Kellern Gerichtsakten aus dem 17. Jahrhundert, unter anderem eben auch Briefe und Protokolle des damaligen Gerichtsprozesses wegen des Mordes an dem Maedchen Maja. Das Grab der Rose von Turaida befindet sich im Park vor der Burg Treyden. |