Die Burg Bauske wurde im Jahr 1443 durch den Ordensmeister Vincke von Overberch auf einem zwischen zwei Fluessen liegendem Huegel errichtet, um die Suedgrenze des Ordensgebietes gegen Litauen zu schuetzen und die Handelswege von Litauen nach Riga zu kontrollieren. Nach der verlorenen Schlacht bei Wilkomir am 01. September 1435, in der auch der Ordensmeister Kersdorf (Kerskorf) fiel, war das suedliche Ordensgebiet immer haeufiger litauischen Kriegszuegen ausgesetzt gewesen. "Im Grundriss des mittelalterlichen Gebaeudes leben noch die alten Wehrprinzipien neben den neuen weiter. In ihrem suedlichen Teil ist die Burg kastellartig angelegt, im Norder aber folgt sie der Linie des hohen Ufers, wo auch in Anberacht des Naturschutzes die Mauerstaerke geringer ist als an den anderen Seiten. Grosses Gewicht ist auf den Schutz des Eingangs gelegt, welche Rolle zwei Tuerme uebernahmen. Der groessere von ihnen diente zugleich auch als Wohnraum fuer die Voegte und die Besatzung; er ist mit Kaminen und an der Suedseite mit einem auf Kragbalken stehendem Abtritt versehen gewesen. (...) Im Gegensatz zu der stellenweise unregelmaessigen Anlage des spaetmittelalterlichen Gebaeudes ist der spaetere Bau der herzoglichen Zeit streng regelmaessig, seine Fluegel erinnern an die Hochentwicklung der Ordensburgen im 14. Jahrhundert." (Tuulse, 1941) Gotthard Kettler, der letzte Meister des Deutschen Ordens in Livland schloss 1561 mit Sigismund II. Augustus ein Abkommen, durch das aus dem Ordensland das Herzogtum Kurland und Semgallen unter polnischer Oberhoheit entstand. Kettler, nunmehr Herzog, erhielt die Burg Bauske als Privateigentum. Nach Beendigung des 1. Nordischen Krieges begann man mit dem Bau des neuen Schlosses Bauske entsprechend den Beduerfnissen des Herzogs mit prachtvoll dekorierten Fassaden in Scraffitotechnik, einem Steinportal und prunkvollen Innenraeumen. In den folgenden Jahrhunderten waren Burg und Schloss Bauske haeufig umkaempft und besetzt. Schweden, Polen und Russen wechselten sich ab. Im Maerz 1706 befahl der russische Zar Peter I. die Sprengung des Schlosses Bauska, zerstoert wurden aber nur Bastionen, Erdwaelle und der suedliche Teil des neuen Schlosses. Danach wurde sie nicht mehr bewohnt und verfiel zur Ruine. 1990 wurde das Museum auf der Burg eroeffnet. Seit 2005 findet eine Rekonstuktion der gesamten Anlage statt, das neue Schloss ist wiederhergestellt, Sicherungsarbeiten an der Burgruine sind ebenfalls zu erkennen. Besichtigungen sind zu festgelegten Zeiten moeglich. Daneben finden auch Ausstellungen, Theaterauffuehrungen, Konzerte und Festivals statt. |