europa > europa-ost > litauen > burgen > litauen-gesamt > trakai

 

Burg Trakai Inselburg (Trakų salos pilis)


Trakai

 

Rayon Trakai

Bezirk Vilnius

 

Litauen 

 GPS: +54° 39' 6.35", +24° 55' 56.02"

Beschreibung:


Die meistbesuchte Sehenswuerdigkeit in Litauen ist die malerisch gelegene Wasserburg von Trakai, unweit von Vilnius. Trakai war die mittelalterliche Hauptstadt Litauens und im 14. und 15. Jahrhundert Residenz der litauischen Grossfuersten, noch bevor Vilnius zur Hauptstadt wurde. Die Grossfuersten Kestutis und sein Sohn Vytautas begannen Ende des 14. Jahrhunderts mit dem Bau zweier Burgen in Trakai - inmitten eines Seenlabyrinths.

 

1414 hat der flaemische Ritter Ghillbert de Lanois (Lanua) in seinen Reisebeschreibungen die Burg folgenderweise charakterisiert: die Burg stehe in der Mitte vom See, einen Kanonenschuss von der alten Burg. Sie sei ein Mauerwerk, gebaut der französischen Tradition nach. Die Burg stand in 220 m Entfernung vom Ufer.

 

Die Inselburg im Galve-See war die Hauptresidenz der Grossfuersten vom Ende des 14. bis Ende des 15. Jahrhunderts. In jener Zeit wurden hier hohe Gaeste empfangen, die gewoehnlich in der nahe gelegenen zweiten Burg, der sog. Halbinselburg (heute Ruine) untergebracht wurden. Ein Dutzend Mal war z.B. der Vetter des Grossfuersten Vytautas, der polnische Koenig Jogaila (poln. Jagiello) hier zu Gast. Vytautas selbst starb 1430 in Trakai, noch bevor es ihm gelungen war, sich zum Koenig von Litauen kroenen zu lassen.

 

Der Bergfried hat einen quadratischen Grundriss und ist zum Hauptakzent der Burg geworden: im ersten Stockwerk befindet sich die Einfahrt in den Hof, eng und hoch. Man konnte nur über eine bewegliche Bruecke und ein eisernes Gitter in den Hof gelangen. Im zweiten Stockwerk hatte die Wache ihre Raeume. Im fuenften Stockwerk wurde die Kapelle fuer die koenigliche Familie errichtet. Im sechsten Stockwerk sind die Schiessscharten zu sehen.

 

Zum letzten Mal wurde die Burg von den Kreuzrittern 1403 angegriffen. Nach der Schlacht bei Tannenberg war den Angriffen ein Ende gemacht. Vytautas war gemeinsam mit seinem Vetter Jogaila der Sieger der Schlacht von Tannenberg (Grunwald) 1410 gegen den Deutschen Orden. Dieser Sieg nahm den militaerischen Druck auch von Trakai. Bald danach hatte die Wasserburg Trakai ihren Verteidigungscharakter verloren und wurde bereits im 16. Jahrhundert als Gefaengnis für Edelleute genutzt. 1655 wurde sie ebenso wie die Halbinselburg beim Angriff der Russen zerstoert und nicht wieder aufgebaut.

   

Erst im 20. Jahrhundert machte man sich - nicht zuletzt aus Nationalstolz - daran, die einst wichtigste Burg der litauischen Grossfuersten wieder aufzubauen.

Der Wiederaufbau dauerte unter Federfuehrung der Architekten Bronius Kruminis und Stanislovas Mikulionis bis Ende der 80er Jahre und teilweise musste ganz neu aufgemauert werden, da einfach nichts mehr vorhanden war.

Dies sollte der Besucher bedenken, wenn er in Trakai die einzige "erhaltene" Wasserburg in Osteuropa besichtigt. Man fuehlt sich unweigerlich an die ebenso schoene backsteingotische Marienburg im einstigen Westpreussen - Hauptburg des Deutschen Ordens, damals der militaerische Gegner Litauens - erinnert. Die Wasserburg Trakai wurde sowohl aus Feldsteinen als auch aus Backsteinen erbaut. Die Hauptburg trennt ein tiefer Burggraben von der grossen Vorburg mit den Kasematten für die Burgmannschaften. Ueber diesen Burggraben fuehrte eine von der Hauptburg aus zu bedienende Zugbruecke. Der Graben ist heute trocken, da sich der Wasserspiegel des Galve-Sees inzwischen um ca. 1,50 m gesenkt hat.

In der rekonstruierten Wasserburg ist heute eine historische Ausstellung ueber die Grossfuersten und die Geschichte Trakais zu sehen. Eindrucksvoll ist u.a. der von einem Sterngewoelbe ueberspannte Repraesentationssaal mit Resten bunter Fresken im byzantinischen Stil aus dem 15. Jahrhundert.

(Quellen: www.baltikum-tours.de und andere)

 

Abbildungen in der Galerie:


Album
eigene Photos  Grundrisse etc.   Ansichtskarten  alte Ansichten vor Ort
17
 2  2 -
 2008
          

Literaturauswahl und Links:


Autorenkollektiv: 
Lietuvos Pilys, 1971
  
Link:
Luftbild Burg Trakai
Homepage:
www.trakai.de
  
  
  

www.bernievancastle.de
 
bodyleftbackground bodyrightbackground
copyright (c) 2007-2010 bernd brzezinsky
Bluecounter Website Statistics Bluecounter Website Statistics