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Kasteel Wijnendale


Wijnendale

 

Provincie West-Vlaanderen

 

Belgien

 GPS: +51° 4' 46.38", +3° 3' 32.58"

Beschreibung:


Das Kasteel Wijnendale ist eine Wasserburg im waldreichen west-flaemischen Houtland, 3 km von der Stadt Torhout entfernt. Die derzeitige Burg besteht weitgehend aus Wiederaufbauten des 19. Jahrhunderts, ein Teil des Nordfluegels stammt allerdings aus dem 15. Jahrhundert. Ein Fluegel des Schlosses wird von den derzeitigen Besitzern bewohnt, ein anderer Fluegel ist als Museum eingerichtet und für die Oeffentlichkeit zugaenglich.

 

Die urspruengliche Burg wurde von Robrecht de Fries, Graf von Flandern, Ende des 11. Jahrhunderts erbaut. Die aeltesten Hinweise auf die Burg kommen aus einer zeitgenoessischen Quelle, dem Tagebuch des Galbert van Brugge aus dem Jahre 1127. Ab Mitte des 12. Jahrhunderts und vor allem im spaeten 13. Jahrhundert wurde Wijnendale regelmaessiger Wohnsitz der Grafen von Flandern. In 1168 kam Graf Philipp von Elsass hier bereits mit seinem Hofrat zusammen. Die Burg war auch Ort diplomatischer Verhandlungen. Im Jahr 1297 schloss Gwijde van Dampierre hier ein Buendnis mit dem englischen Koenig Edward I.

 

1298 kam Wijnendale durch Erbschaft an die Grafen von Namur, einem juengeren Zweig des Hauses Dampierre. Wijnendale wurde belagert und teilweise zerstoert in den Jahren 1302 (Schlacht der Goldenen Sporen) und 1325 (Aufstand der Kuesten-Flamen), aber jedes Mal wieder aufgebaut. Bis 1366 residierte die graefliche Familie von Namur regelmaessig auf Wijnendale. Es gilt als wahrscheinlich, dass Blanche von Namur, Tochter des Grafen Jan, hier aufwuchs und ihren kuenftigen Ehemann, König Magnus Eriksson von Schweden hier erstmals im Jahr 1334 traf.

 

Nach einer Phase der Vernachlaessigung verkaufte Graf Johann III von Namur 1407 die Burg und die Herrschaft Wijnendale an den burgundischen Herzog Jan ohne Angst. Dieser gab sie drei Jahre spaeter wiederum an seinen Sohn, Graf (und ab 1417 Herzog) Adolf II. von Kleve, als Sicherheit für die Mitgift seiner Tochter Maria.

 

Im Jahr 1463, nach einer Erbschaft innerhalb der herzoglichen Familie, kam Wijnendale an die Herren von Ravenstein, einem juengeren Zweig der Herzoege von Kleve. Adolf van Kleef-Ravenstein und sein Sohn und Nachfolger Philipp von Kleve bauten die Burg zu einem Jagdschloss um und empfingen dort Monarchen und Adlige. Waehrend einer Jagd in Wijnendale im Jahr 1482 verunglueckte Herzogin Maria von Burgund toedlich durch einen Sturz von ihrem Pferd. Nach ihrem Tod brach ein Krieg gegen ihren Witwer, den autoritaeren Erzherzog Maximilian von Oesterreich aus. Da der Burgherr Philipp von Kleve sich 1488 auf die Seite der Aufstaendischen gestellt hatte, wurde seine Burg von deutschen Truppen Maximilians zerstoert.

 

Nach 1528 wurde das Kasteel Wijnendale wieder von den Herzoegen von Kleve genutzt. Diese residierten zwar nicht selbst auf Wijnendale, aber es logierten dort hohe Gaeste, unter anderem Charles V. und Maria von Ungarn. Der Krieg gegen Spanien in 1578 brachte wieder Zerstoerungen eines Teils des Schlosses, darunter der Bergfried, der in Flammen aufging.

 

Bedingt durch zahlreiche Uberfaelle des franzoesischen Koenigs Ludwig XIV. in Flandern, war Wijnendale abwechselnd von franzoesischen (1668, 1675) und spanischen Truppen (1676, 1689, 1690) besetzt. 1690 wurde ein Teil der Burg von Franzosen gesprengt. 1699-1700 liess Herzog Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg die Burg wiederaufbauen.

 

Am 28. September 1708, waehrend des spanischen Erbfolgekrieges, gab es bei Wijnendale eine Schlacht zwischen französischen und alliierten Truppen (unter dem Kommando des britischen Generals Webb). Die Schlacht von Wijnendale kostete das Leben von 4000 franzoesischen und spanischen Soldaten. Auf Seite der Alliierten gab es 900 Tote und Verletzte. Das Schloss selbst hatte relativ wenig Schaden genommen.

 

Im Laufe des 17. und 18. Jahrhundert war das Schloss im Besitz der Herzoege von Pfalz-Neuburg. Im Jahr 1811 zerstoerten Truppen des Kaisers Napoleon Bonaparte die Burg gruendlich, so dass nur noch Ruinen blieben.

 

Im Jahr 1833 wurde das Schloss von dem Bruesseler Bankier Josse-Pierre Matthieu gekauft. Zwischen 1837 und 1852 erfolgte ein Wiederaufbau des Schlosses unter Einbeziehung der erhaltenen Teile des rechten Fluegels. Sein Sohn Joseph Matthieu Louis gab 1877 dem Bruesseler Architekten Felix Laureys den Auftrag zum Umbau des Schlosses in der heute noch vorhandenen Ansicht.

 

Die Familie Matthieu (seit 1953 Matthieu de Wynendaele) ist noch immer im Besitz  des Schlosses und bewohnt einen Teil davon selbst. Der heutige Schlossherr ist Jean-Jacques Matthieu de Wynendaele. Ein weiterer Teil der Burg ist wie schon eingangs beschrieben Museum und seit 1984 für Besucher geoeffnet.

 

Abbildungen in der Galerie:


Album
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10  - 1 3 2008
          
Panorama
         
 

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Luftbild:
Luftbild Kasteel Wijnendale
  
  
  
  
  

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