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Stadtbefestigung Nimburg (Městské hradby Nymburk)


Nymburk

 

okr. Nymburk 

Středočeský kraj

 

Tschechische Republik

  GPS: 50°11'11.46"N; 15°2'42.02"E

Beschreibung:


Nymburk liegt an der Elbe etwa 50 km nordoestlich von Prag. Die Stadt wurde um das Jahr 1275 vom boehmischen Koenig Přemysl Otakar II. als Koenigsstadt an einem guenstigen Ort am Fluss gegruendet, wo sich wichtige Fern- und Landstraßen kreuzten und die Elbe ueberquerten. Sie erhielt den deutschen Namen Nuenburch und wurde mit deutschen Kolonisten besiedelt.

 

Im Laufe des 14. Jahrhunderts nahm die Anzahl der boehmischen Buerger allmaehlich zu. Zur Zeit der hussitischen Bewegung war die Stadt weitgehend von Tschechen bewohnt. Ab 1425 befand sie sich unter der Kontrolle der Taboriten, 1436 bestaetigte Koenig Sigismund ihre Privilegien. Im Dreissigjaehrigen Krieg wurde die Stadt 1631 und 1634 von saechsischen Truppen erobert und zerstoert, spaeter auch von den Schweden. Erst ab Anfang des 18. Jahrhunderts kam es wieder zu einem wirtschaftlichen Aufschwung.

 

"Die Stadtmauern stammen vom Ende des 13. und Beginn des 14. Jahrhunderts. Man begann sie nach der Gründung der Stadt durch den böhmischen König Premysl Ottokar II. um 1275 zu bauen. Interessant ist das Baumaterial: Da das Elbe-Gebiet keinen Qualitätsstein außer den Plänerkalkstein bot, wurden alle Mauern und Basteien aus diesem höchst qualitativen Backstein gebaut. Die Ziegelmauern bestehen eigentlich seit mehr als 700 Jahren und haben in gutem Zustand bis heute überlebt. Nur für die Füllung der Stadtmauer, also für den Raum zwischen zwei Ziegelwänden, wurde der Plänerkalkstein genutzt, der den Untergrund der Stadt bildet. Dieses Baumaterial wurde bei der Grabung zunächst des ersten Burggrabens und später, wahrscheinlich nach den Hussitischen Kriegen, auch des zweiten Burggrabens gewonnen, der die Befestigung verstärken sollte. Das Material ist also relativ einzigartig.

 

Interessant ist ein etwa 200 Meter langer Abschnitt 'Am Hafen'. Dort finden Besucher ein typisches Panorama der Stadt, das etwa in der Fernsehserie 'Zirkus Humberto' und in weiteren Filmen zu sehen war. Es handelt sich wirklich um eine typische Kulisse der Stadt mit der gotischen Kirche im Hintergrund. Die Stadt bemüht sich natürlich, die erhaltenen Abschnitte vorsichtig zu renovieren, und zwar auch an einigen schwer zugänglichen Orten, wo sie etwa durch private Häuser eingeschlossen sind. Wir sagen nämlich: Was für Kutna Hora (Kuttenberg) die St.-Barbara-Kirche ist, das sind für Nymburk die Stadtmauern. Dieses Denkmal genießt natürlich unser hohes Ansehen. Eine weitere Besonderheit der Stadt sind die bereits erwähnten Wassergräben - das Kleine und das Große Bollwerk. Es ist ein Phänomen, das in der Tschechischen Republik selten zu finden ist. Bisher strömt Wasser in den Gräben, so wie es vor vielen Jahrhunderten der Fall war."  (Jirí Cerný, Denkmalschutzamt Nymburk)

 

Der Hauptteil der Stadtbefestigung von Nymburk, der unter Koenig Wenzel II. gebaut und wahrscheinlich in den 30er Jahren des 14. Jahrhunderts vollendet wurde, war die anderthalb Kilometer lange Mauer aus Ziegelstein. Sie hatte eine Hoehe von 7 bis 8 Metern. Am Boden war sie etwa 120 cm stark und verengte sich symmetrisch nach oben. Der Abschnitt der Mauer am Hafen ist dank der Rekonstruktion in den Jahren 1908-1909 sehr gut erhalten. Einen Zinnenkranz, der für die meisten Stadtmauern in Tschechien charakteristisch ist, gab es allerdings in Nymburk nicht, dieser ist eine unpassende Beigabe dieser Restaurierung. Zusaetzlich waren die Mauern noch durch zwei vorgelagerte wasserfuehrende Graeben gesichert.

 

Zeittafel:


um 1275
Stadtgruendung
um 1330
Bau der Stadtmauer
1425
in der Hand der Taboriten
1631 u. 1634
Zerstoerungen im Dressigjaehrigen Krieg
1908/09Restaurierung der Stadtmauer am Hafen
  
  
  
  

Abbildungen in der Galerie:


Album
eigene Photos  Grundrisse etc.   Ansichtskarten  alte Ansichten vor Ort
12  -  -  - 

2010


          
          

Literaturauswahl und Links:


Autorenkollektiv:
Historische Staetten Boehmen und Maehren, Stuttgart 1998
  
  
  
  
Homepage der Stadt:
http://www.nymburk.cz/
  
  
  

www.bernievancastle.de
 
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